Private Trunkenheitsfahrt kann bei Kraftfahrern eine Kündigung rechtfertigen

Kann eine private Trunkenheitsfahrt die Kündigung eines Kraftfahrers rechtfertigen?

An Berufskraftfahrer werden berechtigterweise hohe Anforderungen gestellt, was ihr Verhalten bei der Arbeit betrifft. So berechtigt eine Trunkenheitsfahrt mit dem Dienstwagen ohne Zweifel in der Regel die fristlose Kündigung. Wie aber ist es mit Alkohol am Steuer des eigenen Autos?

Arbeitsgericht Abfindung Arbeitsrecht

Mit genau einer solchen Problemstellung hatte sich das hessische Landesarbeitsgericht zu befassen. Wie ist mit einem Alkoholverstoß im Privatleben des Berufskraftfahrers umzugehen.

Kündigung

Nach der Entscheidung des LAG kann ein Kraftfahrer, der bei einer privaten Autofahrt mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,36 Promille erwischt wird, von seinem Arbeitgeber ordentlich gekündigt werden. Die sich mit der Trunkenheitsfahrt ergebende zumindest zeitweise Entziehung des Führerscheins bzw. der Fahrerlaubnis kann unter Umständen sogar eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

Das gilt auch dann, wenn bei der Trunkenheitsfahrt keinerlei Schaden entstanden ist. Auch ohne wesentliche Bedeutung bleiben nach Ansicht der Richter des LAG Hessen langjährige Betriebszugehörigkeit oder eine besondere Gesundheitliche Situation (hier Untergewicht 1,92m groß und 64 kg). Auch der Umstand, dass der Arbeitnehmer inzwischen wieder in Besitz einer Fahrerlaubnis ist, kann ihm nicht helfen.