LAG Rheinland-Pfalz – 11 Sa 611/11 – Griff in die Kasse rechtfertigt fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung

Nachdem eine Mitarbeiterin eines Speditionsunternehmens ca. 7000 Euro an Barmitteln aus der Kasse des Arbeitgebers entwendet hatte, sprach dieser eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus, ohne die Arbeitnehmerin zuvor abgemahnt zu haben.

In der zweiten Instanz des Kündigungsschutzverfahrens ist das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass die ausgesprochene fristlose Kündigung auch ohne vorherige Kündigung wirksam war. Nach Ansicht der Richter sei die Pflichtverletzung der Angestellten so gravierend gewesen, dass sie das Vertrauen des Arbeitgebers in das bestehende Arbeitsverhältnis nachhaltig zerstört habe. Dem Arbeitsgeber sei ein Festhalten am Arbeitsverhältnis deshalb nicht mehr zuzumuten gewesen.

LAG Rheinland-Pfalz, 16.02.2012, Az: 11 Sa 611/11

Nach der sogenannten Emmely-Entscheidung des BAG im Jahre 2010 gibt es keine Rechtssicherheit mehr hinsichtlich der Frage, in welchen Fällen Vermögensdelikte von Arbeitnehmern eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen. Seinerzeit hatte das BAG entschieden, dass die entsprechende Kündigung einer Kassiererin, die sich Pfand-Bons im Wert von 1,30 Euro angeeignet hatte, vor allem im Hinblick auf deren lange Betriebszugehörigkeit unwirksam gewesen war.

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