Fällt ein Arbeitsverhältnis in den Anwendungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes braucht der Arbeitgeber besondere Gründe um einem Arbeitnehmer zu kündigen. Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass eine Kündigung dann sozial gerechtfertigt sein kann, wenn sie aufgrund personenbedingter Gründe erfolgt. Liegen die Kündigungsgründe also in der Person des Arbeitnehmers begründet, spricht man von einer personenbedingten Kündigung. Ein personenbedingter Kündigungsgrund stammt aus der Sphäre des Arbeitnehmers und ist für ihn nicht steuerbar. Der Hauptanwendungsfall der personenbedingten Kündigung ist sicherlich die krankheitsbedingte Kündigung. Aber auch wenn es einem Arbeitnehmer aufgrund persönlicher Fähigkeiten und Eigenschaften oder Einstellungen nicht möglich ist seine arbeitsvertraglichen Pflichten zu erfüllen, kommt eine personenbedingte Kündigung in Betracht. Beispiele hierfür sind die Entziehung der Fahrerlaubnis, falls der Arbeitnehmer zur Ausübung seines Berufs auf diese angewiesen ist oder auch der Wegfall der Arbeitserlaubnis. In Betracht kommen auch die Arbeitsverhinderung durch Verbüßung einer Haftstrafe oder Suchterkrankungen.
Damit eine personenbedingte Kündigung wirksam ist, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  1. Eine negative Zukunftsprognose muss ergeben, dass der Arbeitnehmer auch zukünftig aufgrund seines Defizits nicht in der Lage ist, die Pflichten aus seinem Arbeitsvertrag zu erfüllen.
  2. Die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers werden dadurch beeinträchtigt.
  3. Eine anderweitige Beschäftigungsmöglichkeit für den Arbeitnehmer existiert nicht.
  4. Eine Interessenabwägung ergibt, dass das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses das Interesse des Arbeitnehmers am Erhalt seines Arbeitsplatzes überwiegt.

Falls ein Betriebsrat existiert, muss der Arbeitgeber ihn vor Ausspruch der Kündigung anhören. Eine Abmahnung muss der Arbeitgeber vor der Kündigung grundsätzlich nicht aussprechen.
Gegen eine personenbedingte Kündigung kann der Arbeitnehmer drei Wochen ab Zugang der Kündigung mit einer Kündigungsschutzklage vorgehen.