Kündigung wegen Facebook ? – Ein Like-Button macht Ärger

Die Schlagzeilen lesen sich irgendwie merkwürdig….Zetsche-Beleidigung …. Daimler bestellt Mitarbeiter zum Rapport … aber … auf Facebook ? Weil jemand für irgendeinen mehr oder weniger Scherz den „gefällt mir“ Button angeklickt hat?

Zumindest für einige Daimler-Mitarbeiter hatte es ernsthafte Folgen als sie einen „gefällt mir“ Button für eine Initiative „Daimler-Kollegen gegen Stuttgart 21“ anklickten. Sie wurden in die Personalabteilung zitiert und warum?

Weil in dieser Facebook-Initiative  Angela Merkel, Stefan Mappus und Daimler-Chef Dieter Zetsche als die Spitze des Lügenpacks bezeichnet wurden. (Als Privatperson würde ich, der Hamburger Fachanwalt für Arbeitsrecht, jetzt warscheinlich sagen: Zetsche hab Dich nicht so und und trink nen Schoppen. Sei froh, dass Du wahrgenommen wirst!)

Als Arbeitsrechtler habe ich da eine andere Sicht auf die Dinge, oder besser zwei:

1. Der rechtliche Blick:

Auge in Auge geäußert wäre es zweifelsfrei eine Beleidigung. Aber trifft dies zu als belangloser Klick auf Daimler Mitarbeiter gegen Stuttgart 21? Wohl nicht. Mehr als die Aufforderung künftig besser darauf zu achten, wo man draufklickt, kann dabei arbeitsrechtlich nicht rauskommen.

2. Der Blick des Praktikers:

In der Praxis kann ich nur davon abraten, sich derart in die Nesseln zu setzen. Wenn SIe unter Ihrem echten Namen unterwegs sind, sollten Sie aufpassen, was Ihnen gefällt.

Denn egal, ob gerecht oder eben auch nicht, roter Reiter auf der Personalakte ist eben roter Reiter auf der Personalakte. Und die Kandidaten, die eben Stuttgart 21 nicht mögen und nicht weitergelesen haben, dürften – nach meiner Erfahrung – deutlich mehr unter Beobachtung stehen, als Andere.

Aus diesem Grunde: Wer seine echte Meinung sagen will, dem kann durchaus zu einer verfälschten Identität geraten werden.

Jüngst habe ich gelesen, dass man Facebook in die Kniee zwingt, wenn man alles „liked“ ….. warum nicht?