Krankheitsbedingte Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen – LAG Köln bezieht auch ausgeheilte Erkrankungen in die Beurteilung der Gesundheitsprognose mit ein

Voraussetzung für die krankheitsbedingte Kündigung ist eine negative Gesundheitsprognose für die kommenden Jahre. Dies sit recht einfach, wenn ein Arbeitnehmer, der als Taxifahrer tätig ist, bei einem Unfall ein Bein verloren hat.

Denn mit derartigen Einschränkungen kann man diesen Beruf nicht ausüben. Die krankheitsbedingte Kündigung ist dann – so bitter es ist – „kein Problem“.

Anders ist es bei häufigen Kurzerkrankungen. Diese treten klassischerweise fast immer am Montag oder Freitag auf, oder an Brückentagen etc. und belasten den Arbeitgeber besonders, weil eine Vertretung nie organisiert werden kann. Das haben auch die Arbeitsgerichte gesehen und prüfen die krankheitsbedingte Kündigung stets genau.

Hier ist die Prognose natürlich schwierig und die Gerichte versuchen dann, trotzdem zu guten Entscheidungen zu kommen. Die Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankung basiert dann auf einer negativen Gesundheitsprognose, zu der auch solche Erkrankungen zählen, die zwar jeweils für sich betrachtet als „ausgeheilt“ angesehen werden können, in einem ausreichend lang bemessenen Prüfungszeitraum aber in ungewöhnlicher Häufung immer wieder aufgetreten sind.

Dabei gilt: Je länger der Vergleichszeitraum für die Gesundheitsprognose ist, desto mehr Aussagekraft hat er. Üblicherweise sind zwei Jahre ein guter Maßstab.

Quelle: Landesarbeitsgericht Köln – Urteil vom 15.10.2009 – Az. 7 Sa 581/09

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