Habe ich einen Anspruch auf Abfindung bei Kündigung?

Der Anspruch auf eine Abfindung bei einer Kündigung des Arbeitsvertrages ist in vielen Köpfen vorhanden und es gibt ihn nur in ganz wenigen Fällen.

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Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf eine Abfindung, wenn das Arbeitsverhältnis beendet wird. Es gibt aber einige Ausnahmen, in denen der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Abfindung geltend machen kann. So kann sich ein solcher Anspruch beispielsweise aus Tarifverträgen oder einer betrieblichen Sozialplanvereinbarung ergeben. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können aber auch im jeweiligen Arbeitsvertrag individuell einen Abfindungsanspruch vereinbaren.

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Das Gesetz sieht in § 1 a Kündigungsschutzgesetz ausnahmsweise auch einen Abfindungsanspruch vor. Diese vom Gesetzgeber im Jahre 2004 neu in das Kündigungsschutzgesetz eingefügte sogenannte „1a“- Kündigung gibt dem Arbeitgeber die Möglichkeit, dem Arbeitnehmer im Falle einer betriebsbedingten Kündigung ein Abfindungsangebot zu machen. Nimmt der Arbeitnehmer das Angebot an und verzichtet auf eine Kündigungsschutzklage, hat er ab dem Zeitpunkt des Verstreichenlassens der Klagefrist einen Anspruch auf eine Abfindungszahlung in Höhe eines halben Monatsgehalts pro Beschäftigungsjahr.

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Anspruch auf Abfindung bei Kündigung sehr selten

Aber auch wenn sich im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses herausstellt, dass die vom Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung unwirksam war und der Arbeitnehmer deswegen einen Anspruch auf Weiterbeschäftigung hat, kann ein Abfindungsanspruch bestehen. Dazu müsste dem Arbeitnehmer die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar sein und diese Unzumutbarkeit müsste im Zusammenhang mit der Kündigung oder des Kündigungsschutzprozesses stehen. Der Arbeitnehmer muss dann noch beantragen, das Arbeitsverhältnis zu beenden und den Arbeitgeber zu einer Abfindungszahlung zu verurteilen. Ohne diesen Antrag spricht das Gericht die Abfindung nicht zu.

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Ein Anspruch auf Abfindung bei Kündigung ist also eher selten. Trotzdem werden ständig Abfindungen gezahlt. Der Grund dafür liegt darin, dass der Arbeitgeber sich in einem Gerichtsverfahren wegen der Kündigung eines Arbeitnehmers oft mit der Zahlung einer Abfindung im Rahmen eines Vergleichs von dem Risiko des Verlustes des Gerichtsverfahrens freikauft.