Erreichbarkeit im Urlaub

Erreichbarkeit im Urlaub – Was kann der Chef verlangen?

Muss ich als Arbeitsnehmer die Erreichbarkeit im Urlaub sicher stellen?

Viele Arbeitnehmer fragen sich, ob sie auch während ihres Urlaubs für den Arbeitgeber erreichbar sein müssen und bieten es in vielen Fällen sogar freiwillig an. In vielen Arbeitsverträgen ist sogar eine Klausel enthalten, die die Erreichbarkeit während der freien Tage festlegt.

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Nach dem Bundesurlaubsgesetz hat jedoch der Schutz der Arbeitnehmer während ihres gesetzlich vorgesehenen Mindesturlaubs Priorität. Die Mitarbeiter sollen sich in ihrem Urlaub von der Arbeit erholen können.

Erreichbarkeit im Urlaub widerspricht dem Erholungsgedanken

Müssen sie auch im Urlaub arbeiten, kann dieser Erholungszweck gerade nicht erreicht werden. Deswegen sind auch entsprechende Klauseln in Arbeitsverträgen grundsätzlich unwirksam. Eine Ausnahme gilt nur für die Fälle, in denen der Arbeitgeber mehr Urlaubstage gewährt, als das Gesetz vorsieht. In diesem Fall kann der Arbeitgeber Sonderregeln aufstellen.

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Wurde ein Urlaubsantrag vom Arbeitgeber einmal genehmigt, kann er hinterher auch nicht verlangen, dass der Arbeitnehmer ihn beispielsweise wegen einer geänderten Auftragslage verschiebt. Das geht dann nur noch im gegenseitigen Einvernehmen.

Wenn der Arbeitnehmer freiwillig seinen Urlaub verschiebt, kann er von seinem Arbeitgeber aber nicht verlangen, dass er für ihn schon angefallene Kosten, beispielsweise Stornierungskosten oder Anzahlungen, übernimmt. Deswegen ist es Arbeitnehmern auch dringend zu raten, vorher eine Kostenübernahme mit dem Arbeitgeber abzuklären.