LKW-Fahrer und Crystal Meth: Nach BAG fristlose Kündigung möglich

Spätestens seit der Serie Breaking Bad dürfte jeder wissen, dass Crystal Meth eine Substanz ist, von der man sich fernhalten sollte. In der Serie wie in der Realität zieht sie eine Spur der Vernichtung nach sich und zerstört gesamte Existenzen. Hierzulande wurde nun einem LKW-Fahrer der Konsum von Crystal Meth zum Verhängnis: Das BAG bestätigte die fristlose Kündigung des Arbeitgebers und kippte damit die Entscheidungen der Vorinstanzen.

Weiterlesen

Beleidigung von Vorgesetzten: Rechtfertigt nicht immer eine Kündigung

Im Gespräch mit dem Vorgesetzten sollten Arbeitnehmer bekanntlich nicht ihr Herz auf der Zunge tragen. Erst recht sollten sie sich davor hüten, Beleidigungen an den Vorgesetzten zu richten. Ganz unabhängig davon, ob im persönlichen Gespräch oder in den sozialen Medien. Einem Montagearbeiter wurde zuletzt ein Posting auf der Plattform Facebook fast zum Verhängnis – aber nur fast.

Weiterlesen

LAG Hamm vs. BAG: Keine Pflicht zur Befolgung unbilliger Weisungen?

Wer den Weisungen seines Arbeitgebers bisher nicht Folge leistete, musste mit harten arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis hin zur Kündigung rechnen. Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts müssen auch unbillige Weisungen bis zur rechtskräftigen Entscheidung über die Unbilligkeit befolgt werden. Diesem zweifelhaften Rechtsstandpunkt ist zuletzt das LAG Hamm entschieden entgegengetreten.

Weiterlesen

Kurzfristige Krankmeldungen bei TUIfly: Berechtigt dies zum Ausspruch von Kündigungen?

Bei TUIfly geht es derzeit drunter und drüber. Am 7. Oktober 2016 sagte die Airline alle Flüge ab, nachdem bereits am Vortag die Hälfte der Flüge gestrichen worden waren. Alles in allem sollen 108 Verbindungen ausgefallen und 9.000 Fluggäste davon betroffen sein. Der Grund für Ausfälle: Extrem kurzfristige Krankmeldungen. Für manch einen mag sich in diesem Zusammenhang die Frage stellen, ob das Unternehmen in Anbetracht der verheerenden Folgen arbeitsrechtliche Schritte gegen die Arbeitnehmer einleiten kann, z.B. in Form von Abmahnungen oder Kündigungen.

Weiterlesen

Eine Abmahnung kann vor einer Kündigung schützen?

Kann eine Abmahnung vor der Kündigung schützen?

Auf den ersten Blick eine merkwürdige Frage, die jeder auch nur halbwegs kundige Mensch erstmal mit nein beantworten wird. Es gibt aber seltene Sonderfälle, in denen das genau so ist. Einen solchen Fall hat nun das Landesarbeitsgericht Hessen entschieden:

Das Landesarbeitsgericht Hessen hat entschieden, dass Arbeitnehmer unter bestimmten Umständen vor einer Kündigung geschützt sein können.

Hat der Arbeitgeber den Arbeitnehmer beispielsweise wegen eines Fehlverhaltens abgemahnt, darf dieses Fehlverhalten nicht der Grund für eine nachfolgende Kündigung sein. Eine Kündigung kann erst dann rechtmäßig erteilt werden, wenn der Arbeitnehmer den gleichen Pflichtenverstoß ein zweites Mal begeht. Dies liegt daran, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer durch die erste Abmahnung zu verstehen gibt, dass er mit seinem Verhalten nicht einverstanden ist, trotzdem aber noch auf eine Kündigung verzichtet, weil er hofft, dass sich das Verhalten nicht wiederholt. Wer also einen Pflichtenverstoß begeht und eine Abmahnung erhält, kann für dieses Verhalten nicht mehr gekündigt werden, sofern sich der Vorfall nicht wiederholt.

Blogfoto 3 (1)

In dem vom Hessischen Landesarbeitsgericht entschiedenen Fall sollte ein Monteur Flugzeug-Trolleys warten, die für den Bordservice eingesetzt werden. Bei einer Kontrolle seines Pkws wurden anschließend 20 Zahnstocher im Aschenbecher, drei Kugelschreiber im Handschuhfach sowie drei Stoffservietten unter den Sitzen gefunden. Der Arbeitgeber mahnte den Arbeitnehmer zunächst ab, drei Tage drauf erfolgte dann die Kündigung.

Abmahnung blockert Kündigung aus dem selbsen Grunde

Dem Arbeitgeber war nach der Abmahnung nämlich noch bekannt geworden, dass am Arbeitsplatz des Monteurs auch noch Pappbecher, Saftflaschen, Obst, alkoholische Getränke, Messer und Zeitschriften gefunden wurden. Auch von einem Geständnis des Arbeitnehmers über den Diebstahl mehrerer Getränke erfuhr sein Arbeitgeber erst nach der Abmahnung. Das Landesarbeitsgericht entschied, dass die oben beschriebenen Grundsätze auch hier gelten. Auch wenn der Arbeitgeber erst im Nachhinein vom wahren Ausmaß der Pflichtverletzung erfährt, kann er wegen dieser keine Kündigung mehr aussprechen, wenn er zuvor bereits eine Abmahnung erteilt hat.

Blogfoto 2

Landesarbeitsgericht Hessen, Urteil vom 15.2.2011, Az.: 13 Sa 1460/10

1 2 3

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen