Arbeitszeitmanipulation kann fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen

Folgender Fall kommt in der deutschen Arbeitswirklichkeit ständig vor:

Arbeitnehmer tragen in die elektronische Zeiterfassung – oder auch auf die altbackene Stempelkarte – leicht immer eine runde Zeit ein. Statt 15.43 Uhr – 15.45 Uhr. Oder auch 15.45 Uhr, wenn es 15.46 Uhr ist. Dies ist der klassische Fall. Und nicht zu beanstanden, wenn sowohl als auch aufgerundet wird.

Nimmt ein Arbeitnehmer allerdings systematische Manipulationen von Arbeitszeiterfassungsdaten – z.B. durch prinzipielles Aufrunden – vor, so stellt dies eine schwerwiegende Verletzung dar. Diese berechtigt desn Arbeitgeber regelmäßig, das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer fristlos wegen Arbeitszeitbetrugs zu kündigen.

Im Fall einer geringen Manipulationen (z.B. 1 Minute) ist eine Kündigung hingegen nicht gerechtfertigt.

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein – Urteil vom 29.03.2011 – Az: 2 Sa 533/10

 

Geschrieben von
Axel Pöppel, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg Barmbek

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