Der Arbeitsvertrag regelt die individuelle Rechtsbeziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Durch den Arbeitsvertrag wird ein Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien begründet. In Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen sind meistens aber schon viele Fragen, die das Arbeitsverhältnis betreffen, geregelt. Von diesen Vorschriften darf nicht zum Nachteil des Arbeitnehmers abgewichen werden. Diese Vorschriften müssen im jeweiligen Arbeitsverhältnis deshalb zwingend beachtet werden und gelten unmittelbar, wenn beide Vertragsparteien tarifgebunden sind und/oder Betriebsvereinbarungen existieren. Darüber hinaus müssen die zwingenden gesetzlichen arbeitsrechtlichen Vorschriften beachtet werden. Es können jedoch auch zwischen den Arbeitsvertragsparteien für den Arbeitnehmer grundsätzlich günstigere Regelungen getroffen werden, selbst wenn sie vom Tarifvertrag oder der Betriebsvereinbarung abweichen.

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Häufig verwendet der Arbeitgeber vorformulierte Standardarbeitsverträge. In einem solchen Fall ist gewöhnlich wenig Raum zur Aushandlung individueller Bedingungen. Diese vorformulierten Klauseln unterliegen der Kontrolle für allgemeine Geschäftsbedingungen, die in den §§ 305 ff. BGB geregelt sind. Die Vertragsbedingungen unterliegen damit einer Inhaltskontrolle zum Schutz der Arbeitnehmer.

Bei einem Arbeitsvertrag handelt es sich immer um einen Dienstvertrag i.S.d. § 611 BGB. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich durch den Arbeitsvertrag zur Leistung der versprochenen Arbeit und der Arbeitgeber zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung. Von anderen Verträgen unterscheidet sich der Arbeitsvertrag insbesondere durch die soziale Abhängigkeit des Arbeitnehmers. Die Vertragsparteien treffen mit Abschuss des Arbeitsvertrags auch einige Nebenpflichten, z.B. die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

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Einen Anspruch auf Abschluss eines Arbeitsvertrages gibt es grundsätzlich nicht. Der Arbeitgeber kann sich bis zuletzt überlegen, ob er einen Bewerber einstellen möchte.

Grundsätzlich kann ein Arbeitsvertrag formfrei abgeschlossen werden. Der Arbeitsvertrag kann also mündlich oder auch schriftlich abgeschlossen werden. Wird er mündlich begründet, ist allerdings zu beachten, dass sich im Falle von Meinungsverschiedenheiten mit dem Arbeitgeber erhebliche Beweisprobleme ergeben können.

Der Arbeitsvertrag muss als Mindestanforderung die Bezeichnung der beiden Parteien und das Leistungsversprechen des Arbeitnehmers enthalten. Eine Vergütungsregelung muss nicht zwingend getroffen werden. Wird die Vergütung im Arbeitsvertrag nicht geregelt, gelten die gesetzlichen Regelungen und in Folge dessen häufig der Tariflohn.

Grundsätzlich wird ein Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit geschlossen. Ein befristeter Arbeitsvertrag ist nur dann zulässig, wenn das Gesetz die Befristung erlaubt oder ein sachlicher Grund für die Befristung vorliegt. Befristete Arbeitsverträge müssen aber immer schriftlich abgeschlossen werden.