Arbeiter darf nicht wegen Sekundenkleber-Streich gefeuert werden – Mund eines Kollegen aus Versehen zugeklebt

Fristlose Kündigung wegen schlechten Streiches …

Er wollte seinem Kollegen einen Streich spielen und klebte seine Wasserflasche mit Sekundenkleber zu.

Soweit und nicht so schlimm. Aber leider hatte der Junge einfach keine Ahnung von Chemie. Denn der Kleber härtet nur an der Luft aus … und die kam erst dran, als der Kollege die Flasche zum Trinken öffnete und ansetzte. Lippen, Mund und Zunge verklebten mit der Flasche und der Mann musste mehrere Tage in der Klinik behandelt werden.

Der Arbeitgeber kündigte wegen dieses Vorfalls fristlos. Der Arbeitnehmer klagte und bekam Recht. In der Verhandlung machte der Richter klar, dass das Verhalten aus seiner Sicht ein sehr dummer Scherz, aber eben nicht bösartig war.

Das Gericht entschied, dass die Kündigung, schon gar nicht die fristlose Kündigung, wegen des schlechten Scherzes unwirksam war. Eine Abmahnung wäre die richtige Reaktion gewesen.

Quelle: Arbeitsgericht Marburg – Az. 2 Ca 205/11

 

Geschrieben von:

Axel Pöppel, Fachanwalt für Arbeitsrecht Hamburg

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